Vestibularsyndrom

 

Das Vestibularsyndrom ist eine plötzlich auftretende Erkrankung bei Hunden und Katzen, die auf den ersten Blick einem menschlichen Schlaganfall ähnelt und zum besseren Verständnis auch oft als genau solcher bezeichnet wird. Allerdings hat ein Vestibularsyndrom nichts mit dem klassischen Schlaganfall, also dem Apoplex zu tun. Ein Schlaganfall ist ein Hirninfarkt in Folge von Durchblutungsstörungen. Dabei kommt es zum Absterben von Gehirnzellen, was beim Vestibularsyndrom nicht der Fall ist.

 

Obgleich jedes Tier an einer vestibulären Störung erkranken kann, sind am häufigsten alte Hunde sowie Katzen im mittleren Lebensalter betroffen. Hunde können das ganze Jahr über erkranken, Katzen sind dagegen meist im Spätsommer und Herbst betroffen. Die vollständige Bezeichung lautet „idiopathisches geriatrisches Vestibulärsyndrom“, da man nicht weiß, woher diese Störung kommt (idiopathisch = ohne bekannte Ursache). Die Krankheit kann von einer Minute auf die nächste auftreten.

 

 

Vestibu.... was?

 

Das paarige Vestibularorgan (Organon vestibularewird auch Gleichgewichtsorgan genannt. Dieses aus drei Bogengängen und zwei Makulaorganen bestehende Organ befindet sich im Innenohr, genauer gesagt zwischen dem Trommelfell, also der Membrana tympani und der Hörschnecke, der Cochlea

 

Der Vestibularapparat steuert

  • die Orientierung im Raum
  • die Aufrechterhaltung von Kopf- und Körperhaltung sowohl in Ruhe als auch in der Bewegung
  • das Bewusstsein von Stehen, Liegen, Bewegung und Ruhe. 

 

Symptome

 

Sieht man sich die Aufgaben des Vestibularapparats an, erklärt sich, dass eine Störung primär Gleichgewichtsstörungen hervorruft. Das betroffene Tier fühlt sich in etwa so, als wären Sie gerade mit einem richtig fiesen Wies'n-Karusell gefahren und würden dann versuchen, unmittelbar nach dem Anhalten des Karussels geradeaus zu laufen. Zusammengefasst zeigen sich meist folgende Symptome:

  • Das Tier kann sich kaum auf den Beinen halten 
  • Stolpern, Taumeln, Schwanken
  • Im Kreis drehen
  • Unfähigkeit, zu gehen, das Tier fällt einfach um
  • Schiefhaltung des Kopfes in Richtung der Störung
  • Rhythmisches Augenzucken (Nystagmus)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Futterverweigerung

 

Die Kopfschiefhaltung und das Augenzucken sind in manchen Fällen bereits im Vorfeld zu beobachten.  

 

 

 

Diagnose

 

Treten alle genannten Symptome auf, kann man – insbesondere bei einem älteren Hund - mit ziemlicher Sicherheit von einem Vestibularsyndrom ausgehen. Andere Ursachen für Gleichgewichtsstörungen sollten dennoch ausgeschlossen werden, wie z.B. Ohrentzündung, Fremdkörper, Tumor, Nebenwirkungen eines Medikaments oder epileptischer Anfall, um nur einige mögliche Differentialdiagnosen aufzuzählen. 

 

Behandlung

 

Das Vestibularsyndrom verschwindet in der Regel von selbst, dennoch ist das betroffene Tier einem hohen Leidensdruck ausgesetzt und sollte entsprechend behandelt werden. Da die genaue Ursache für die Erkrankung nicht bekannt ist, wird symptomatisch behandelt. Der Tierarzt wird in der Regel eine Infusionstherapie an 3 aufeinander folgenden Tagen, ein Antiemetikum, also ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sowie Vitamin B verordnen. Zusätzlich bieten klassische Homöopathie und/oder Bioresonanz gute Behandlungsmöglichkeiten.

 

Nach 2-3 Tagen sollte sich bereits eine leichte Besserung einstellen, nach etwa 2 Wochen ist das Vestibularsyndrom in den meisten Fällen abgeklungen, nach insgesamt 4 bis 8 Wochen sind die meisten Tiere wieder beschwerdefrei. In seltenen Fällen kann eine leichte Kopfschiefhaltung und viel seltener eine Taubheit bestehen bleiben. 

 

Was Sie als Halter tun können

 

Die Genesung können Sie als Tierhalter maßgeblich unterstützen und begleiten.

 

Zunächst einmal muss das erkrankte Tier Ruhe haben. Es wird viel Liegen wollen und sollte daher die Möglichkeit haben, auf seinem Platz liegen zu können, ohne gestört zu werden. Die Anwesenheit von Bezugspersonen und anderen tierischen Mitbewohnern ist sicherlich hilfreich, man sollte aber ein Auge darauf haben, dass das Ruhebedürfnis respektiert wird. Je nach Schlafplatz kann eine zusätzliche Polsterung für die Zeit der Rekonvaleszenz sinnvoll sein.

 

Da es immer passieren kann, dass das Tier aufsteht und durch den Schwindel taumelt oder umfällt, sollten Sie darauf achten, dass der Schlafplatz ebenerdig ist und sich das Tier nicht an Ecken von Möbeln o.ä. verletzen kann. Wenn der Bodenbelag recht glatt ist, sollte ein rutschfester Teppich ausgelegt werden. 

 

Ist der Schwindel sehr stark, kann es sein, dass Ihr Tier nicht alleine aufstehen kann. Hier müssen Sie als Halter Ihrem Tier behilflich sein und es ggf. tragen, damit es sich lösen kann.

 

Oftmals haben die Tiere zwar Hunger, wollen aber nicht fressen, weil Ihnen beim Fressen schwindelig und übel wird. Der Futternapf dreht sich vor den Augen des Tieres. Hier ist es hilfreich, das Tier mit der Hand zu füttern. Gleiches kann natürlich auch beim Wassernapf passieren, deshalb ist es unter Umständen notwendig, dem Tier das Wasser vorsichtig zuzuführen. 

 

Gegen Übelkeit helfen zum Beispiel Tees aus Fenchel, Kümmel und Kamille, etwas Ingwerpulver in Joghurt, Heilerde oder Ulmenrinde. Bei Übelkeit und Erbrechen kann Homöopathie schnelle Hilfe leisten.

 

 

VDT-Mitglied
Gulahund Yellowdog Program

Tierheilpraxis für Hunde & Katzen

Christina Wick

Tierheilpraktikerin

Peter-Rosegger-Str. 1b

84478 Waldkraiburg

 

Tel. 08638 / 20 99 061

 

E-Mail info[at]tierheilpraxis-wick.de

Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.