Chronische Niereninsuffizienz / CNI

 

Die chronische Niereninsuffizienz ist eine unheilbare Erkrankung der Nieren bei älter werdenden Hunden und Katzen und die häufigste Todesursache bei Hunde- und Katzensenioren.

 

Statistiken über die Häufigkeit sagen, dass mind. 10 Prozent aller Katzen, die älter als sieben Jahre sind, von einer CNI betroffen sind, bei den über 10-jährigen Katzen betrifft es ein Drittel. Die CNI kann jede Katze treffen, es gibt aber eine Häufung bei Perserkatzen. Bei den Hunden sind 16 Prozent der Senioren über 8 Jahren betroffen; eine Häufung lässt sich bei Pudeln, Berner Sennenhunden und Yorkshire Terriern feststellen

 

Die Nieren sind wichtige, stark durchblutete Organe des Körpers und eine suffiziente (ausreichende) Funktion unumgänglich für das Gesamtkreislaufgeschehen der Tiere. Ein Viertel der Gesamtmenge des Blutes, das bei jedem Herzschlag in den Körper gepumpt wird, wird direkt zur Niere geleitet.

 

Die Nieren produzieren nicht nur Urin, mit dem Abbauprodukte des Körpers ausgeschieden werden, sondern haben noch viele weitere Aufgaben im Stoffwechsel. Sie regulieren den Wasserhaushalt, das Gleichgewicht von Säuren und Basen, den Elektrolyt- und Mineralhaushalt, steuern die Abgabe von Hormonen, die Einfluss auf den Blutdruck haben, die Bildung roter Blutkörperchen und den Knochenstoffwechsel. Sie sehen also, wie viele Bereiche des Organismus nicht mehr richtig funktionieren, wenn die Nieren geschädigt sind.

 

Verlauf der CNI


Im Gegensatz zur akuten Niereninsuffizienz (ANI) verläuft die CNI schleichend und fällt deshalb erst spät symptomatisch auf. Wenn 65 – 70% der Nephrone zerstört sind, wird die CNI sichtbar. Nephrone sind funktionelle Untereinheiten der Niere, welche den Harn filtern. Sind Nephrone der Niere zerstört, kann dieser geschädigte Teil des Nierengewebes seine Aufgaben nicht mehr erfüllen und um das zu kompensieren, übernehmen die noch gesunden Anteile des Nierengewebes die Funktionen des geschädigten Teils mit.


Um die ausreichende Filterung des Blutes aufrecht erhalten zu können, muss die gleiche Menge Blut, die zuvor von der gesamten Niere gereinigt wurde, nun in der entsprechenden Zeit durch das noch verbliebene gesunde Nierengewebe gereinigt werden. Damit diese Mehrarbeit bewältigt werden kann, wird durch Erhöhung des Blutdrucks die Durchblutung der noch gesunden Nierenanteile gesteigert. Zunächst funktioniert das, aber mit der Zeit wird das noch gesunde Nerengewebe durch die Mehrarbeit und den ständig erhöhten Blutdruck überlastet. Die Folge ist beispielsweise eine gestörte Phosphatausscheidung der erkrankten Niere, die den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel stört. Durch die gestörten Kalzium-/Phosphatstoffwechselvorgänge entkalken die Knochen des Tieres, während sich im Nierengewebe vermehrt Kalk ablagert und zum Absterben des Nierengewebes führt. Einmal zerstörtes Nierengewebe kann der Körper nicht mehr regenerieren oder ersetzen.


Symptome 


Die Symptome einer CNI sind gerade zu Beginn der klinischen Symptomatik nicht spezifisch und sind den allgemeinen Altersbeschwerden von Tiersenioren sehr ähnlich. Mögliche und nicht immer zusammen auftretende Symptome der CNI sind 

  • erhöhter Durst
  • vermehrter Harnabsatz (Polyurie)
  • verminderter Appetit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • stumpfes Fell
  • Müdigkeit
  • sinkende Aktivität

Am meisten zu kämpfen haben die Halter von CNI-Tieren mit dem Erbrechen und dem Appetitverlust des Tieres, das ohnehin meist schon deutlich an Gewicht verloren hat. Neben der Kontrolle der Phosphataufnahme mit Hilfe spezieller Nierendiäten und Phosphatbinder können die Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Erbrechen oder Anämie durch entsprechende Medikamente etwas gemildert werden. Verschwinden werden sie trotz der Medikamente jedoch nicht.


Eine CNI ist nicht heilbar und erfordert eine lebenslange Therapie. Ziel der Therapie - unabhängig davon, ob rein schulmediznisch oder zusammen mit naturheilkundlichen Verfahren - ist es, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität des Tieres zu erhöhen. Besonders das vermehrte Erbrechen, verursacht durch Übelkeit, Sodbrennen und/oder Übersäuerung und die Inappetenz lassen sich mit naturheilkundlichen Verfahren in den meisten Fällen erfahrungsgemäß relativ schnell bessern.


Was der Tierhalter tun kann


Der Tierhalter selbst muss in erster Linie dafür Sorgen, dass dem kranken Tier immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Die kranke Niere kann den Urin nicht mehr konzentrieren, deshalb kommt es zur Polyurie. Der Flüssigkeitsverlust durch diesen vermehrten Harnabsatz muss ausgeglichen werden, um eine Austrocknung (Dehydratation) zu verhindern. Es empfiehlt sich, mehrere Wasserstellen im Haus oder in der Wohnung aufzustellen. Trockenfutter sollte vom Speiseplan eines Tieres mit CNI komplett gestrichen und durch Nassfutter ersetzt werden. Man kann das Nassfutter noch zusätzlich mit Wasser vermischen; wer Katzen hat weiß jedoch, dass das nicht gerne angenommen wird. Bei Hunden geht das in der Regel problemlos.


Besonders Katzen, die wenig trinken, kann man manchmal mit Regen- statt Leitungswasser zum Trinken animieren oder indem man die "Wasserratten" unter den Samtpfoten immer wieder vor den Wasserhahn setzt. Katzen trinken oft lieber aus fließenden Gewässern als aus stehendem Wasser. Viele Katzen pritscheln gerne mit Wasser und trinken dabei dann das aus dem Hahn laufende Wasser. Manche Katzenhalter schwören auf Trinkbrunnen - diese Brunnen lassen sich aber oft nicht richtig reinigen und die unzugänglichen Ecken werden von bakterienhaltigem Schleim besiedelt. Die leichteren Plastikbrunnen sind oft nicht "vandalensicher" und bei vielen Modellen bergen die Stromkabel Unfallgefahren. Wer es dennoch mit einem Trinkbrunnen für Katzen versuchen möchte, kann einen Keramik-Brunnen von Lucky Kitty versuchen. Diese Brunnen sind relativ schwer und können nicht so leicht verschoben werden, sie lassen sich einfach und vor allem gründlich reinigen und die Stromkabel sind so angebracht, dass die Kabel-Ausführung auf Bodenhöhe des Brunnens liegt.


Viele Tiere mit CNI sind sehr mäkelig, was das Futter betrifft. Da die kranken Tiere sowieso schon an Gewicht verloren haben, kann hier nicht mit dem Credo gearbeitet werden "Wenn er/sie Hunger hat, wird er/sie schon fressen." Hier ist viel Geduld und Einfallsreichtum gefragt. Im Rahmen einer CNI-Therapie erhalten Sie von mir zusammen mit einem schriftlichen Therapieplan natürlich auch Hilfestellung bei der Fütterung.

VDT-Mitglied
Gulahund Yellowdog Program

Tierheilpraxis für Hunde & Katzen

Christina Wick

Tierheilpraktikerin

Peter-Rosegger-Str. 1b

84478 Waldkraiburg

 

Tel. 08638 / 20 99 061

 

E-Mail info[at]tierheilpraxis-wick.de

Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.