Die unterschätzte Rolle der richtigen Ernährung

 

Die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung des Körpers, die falsche Ernährung ist ursächlich für viele Erkrankungen wie Diabetes, Allergien, Verdauungsstörungen, Gelenkserkrankungen etc. 

Das weiß man schon lange und als Mensch versucht man deshalb, sich entsprechend gesund zu ernähren. Man achtet auf die Inhaltsstoffe, auf Frische, Qualität, Vitamin- und Nährstoffgehalt. Bei unseren Tieren wird das häufig vernachlässigt. Warum eigentlich? 

 

Eine Kollegin zog einmal den Vergleich zum Auto, den ich gerne aufgreifen würde.

 

Stellen Sie sich vor, sie kaufen ein Auto. Einen Diesel. Sie waschen und polieren ihn, passen auf, dass er keine Kratzer und Beulen bekommt, ersetzen rechtzeitig die Verschleißteile, fahren nach einer gewissen Laufleistung zum Autohaus Ihres Vertrauens, um den Kundendienst machen zu lassen und natürlich betanken Sie ihn regelmäßig. Womit? Natürlich mit Diesel. Warum? Weil Sie wissen, dass neben einigen anderen Teilen besonders der Motor teuren oder sogar irreparablen Schaden nimmt, wenn Sie Ihren Diesel mit Benzin betanken. 

 

Ändern wir nun die obige Ausführung ab.

 

Stellen Sie sich vor, sie kaufen ein Tier vom Züchter oder bekommen ein Tier aus dem Tierheim. Ein Lebewesen mit einem arbeitenden Organismus. Sie bürsten es, passen auf, dass es sich nicht verletzt, lassen es behandeln, wenn es krank wird, fahren jährlich zum tierärztlichen Check up und natürlich füttern Sie es regelmäßig. Womit? Mit industriellem Fertigfutter. Warum? Weil Ihnen die Werbung suggeriert, dass in diesem Futter alles enthalten ist, was Ihr Tier braucht.

 

Was die Werbung Ihnen aber nicht sagt ist, dass Ihr Tier als Fleischfresser keinen Getreideanteil im Futter braucht, der weit über dem Fleischanteil liegt, dass Ihr Tier keine minderwertigen Schlachtabfälle, keine Antioxidantien, Konservierungsmittel, Zucker, Geschmacksverstärker, Lockstoffe, Farbstoffe und sonstige chemische Zusätze braucht.

 

So wie Ihr Auto den richtigen Treibstoff benötigt, um zu funktionieren, braucht auch der Organismus Ihres Tieres den richtigen Treibstoff in Form von artgerechtem, so naturnah wie möglich gehaltenem Futter.

 

Ein reiner Fleischfresser benötigt kein Getreide in seiner Nahrung. Im Gegenteil, er kann Getreide, Mais, Soja gar nicht verstoffwechseln. Würde Ihr Hund oder Ihre Katze ein Beutetier fangen, würde er mit den Innereien natürlich auch eine geringe Menge Gras, Früchte, Getreide (je nachdem, von was sich das Beutetier ernährt hat) aufnehmen, aber der Anteil "Grünzeug" wäre im Vergleich zum Fleischanteil sehr gering. Viele industrielle Fertigfutter enthalten deutlich mehr Getreide als Fleisch. Warum? Weil Getreide - wir sprechen hier nicht von frisch geerntetem Getreide vom Feld, sondern von minderwertigen Resten, also Abfällen, die in der industriellen Getreideverarbeitung anfallen - ein billiger Füllstoff ist. 

 

Trockenfutter ist einfach und bequem, der Abfall hält sich im Vergleich zur Fütterung von Dosenfutter deutlich in Grenzen...aber wussten Sie, dass Trockenfutter im Herstellungsprozess so extrem erhitzt wird, dass viele Nährstoffe verloren gehen und vor allem Proteine auf diese Weise denaturiert werden? Geschmacklich ist das dann auch nicht mehr so attraktiv, deshalb wird hier synthetisch nachgeholfen.

 

Die natürlichste Art der Fütterung ist und bleibt die Rohfütterung. Viele Menschen scheuen sich davor, auf diese Art der Fütterung umzustellen. Ich werde auch immer wieder gefragt, ob denn ein Tier, das rohes Fleisch bekommt, nicht aggressiv wird.

Überspitzt gesagt: Haben Sie schon einmal beobachtet, dass Ihre Freigängerkatze eine gerade erbeutete Maus über dem Lagerfeuer durchgart, bevor sie sie frisst? Nein? Richtig, das tut sie nicht, sie frisst sie roh. Dennoch ist Ihr Stubentiger nicht aggressiv, oder? Sehen Sie? Das ist ein uraltes Märchen, das sich immer noch hartnäckig hält. Auch ein Hund, der auf offenem Feld eine Maus ausbuddelt und frisst, gart sie nicht durch. 

 

Eine weitere Unsicherheit beim Thema Rohfütterung sehe ich immer wieder in der Angst der Tierhalter, etwas falsch zu machen und ihrem Tier so zu schaden. Natürlich muss man einiges beachten, damit das Tier mit allen Nährstoffen, Proteinen, Mineralien etc. versorgt, aber nicht unter- oder überversorgt wird, doch gerade beim Hund ist die Rohfütterung nicht schwer, wenn man Anfangs etwas Hilfestellung bekommt. 

 

Man kann verstehen, dass nicht jeder Tierhalter roh füttern kann oder möchte und es gibt selbstverständlich auch im Bereich Fertigfutter gute Alternativen. Nicht jedes Fertigfutter ist automatisch minderwertig. Um beurteilen zu können, wie gut ein Fertigfutter ist, muss man die Deklaration lesen und vor allem verstehen. Meistens ist qualitativ hochwertiges Futter etwas teurer als das herkömmliche Fertigfutter aus dem Supermarkt, aber das, was Sie jetzt beim Futter einsparen, geben Sie vielleicht später für die Behandlung Ihres kranken Tieres wieder aus. 

 

Da mir die gesunde Ernährung der Tiere sehr am Herzen liegt, versuche ich immer, dieses Thema in die Behandlung mit einfließen zu lassen. Denn nicht nur die Vermeidung von fütterungsbedingten Erkrankungen ist wichtig, sondern auch bei bestimmten, bereits bestehenden Erkrankungen ist die richtige Fütterung ein wichtiger Baustein der Therapie, z.B. eine entsprechende Tumordiät bei Krebserkrankungen.

 

Gerne sehe ich mir mit Ihnen zusammen das aktuelle Futter Ihres Tieres an, erkläre Ihnen die Deklaration und bespreche mit Ihnen Alternativen. Wenn Sie auf Rohfütterung umstellen möchten, helfe ich Ihnen auch herbei sehr gerne.

 

VDT-Mitglied
Gulahund Yellowdog Program

Tierheilpraxis für Hunde & Katzen

Christina Wick

Tierheilpraktikerin

Peter-Rosegger-Str. 1b

84478 Waldkraiburg

 

Tel. 08638 / 20 97 337

 

E-Mail info[at]tierheilpraxis-wick.de

Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.