Zusatzstoffe im Futter 


Im industriell hergestellten Tierfutter findet man meist zahlreiche Zusatzstoffe, aber viele Tierhalter wissen gar nicht, was es damit auf sich hat. Um etwas Licht in's Dunkel der Futtermitteldeklaration zu bringen, möchte ich Ihnen die häufigsten Zusatzstoffe erläutern.

 

Zunächst einmal ist es aber wichtig, die Futtermitteldeklaration zu verstehen. 

 

  • Grundsätzlich sind die Inhalte in abnehmender Reihenfolge nach Menge geordnet. Es steht immer die Zutat an erster Stelle, deren Anteil am höchsten ist. Steht z. B. Getreide an erster Stelle, ist Getreide der Anteil am Futter, der am höchsten ist.

 

  • Zutaten, deren Anteil unter 4% liegt, müssen laut Gesetzgeber gar nicht angegeben werden. Bei minderwertigem Futter wird oft ein geringer Anteil Rote Beete hinzugefügt, um den Kot schön dunkel zu färben.

 

  • Bei hochwertigem Futter sind alle Bestandteile mit deren Prozentangaben einzeln aufgelistet. Die Prozentangaben sollten also zusammengerechnet bei 100 liegen.

 

  • Je länger die Liste der Inhalts- und Zusatzstoffe, desto skeptischer sollte man sein. Denn alles, was nachträglich zugesetzt werden muss, fehlt in der Rohware oder wurde bei der Verarbeitung zerstört.

 

  • Gutes Futter wird kalt abgefüllt. Das bewahrt viele empfindliche Nährstoffe.

 

Die wichtigste Zutat im Futter für Hunde und Katzen ist Fleisch. Ein gutes Futter sollte daher einen möglichst hohen Fleischanteil enthalten. Für Fleischfresser ist Fleisch die wichtigste Proteinquelle, für den Hersteller aber die teuerste. Deshalb wird dem Futter oft ein hoher Anteil pflanzlicher Eiweiße zugefügt. In der Deklaration wird der Rohproteingehalt ausgewiesen, es wird aber meist nicht zwischen tierischem und pflanzlichem Protein unterschieden. Pflanzliche Proteine enthalten zwar auch Fette und Proteine, aber ein hoher Anteil an Kohlehydraten behindert die Verdauung von lebenswichtigem Protein. Katzen können an pflanzliche Kohlehydratträger gebundene Eiweiße nicht verstoffwechseln. Ein hoher Anteil pflanzlicher Bestandteile kann außerdem eine Eiweißallergie begünstigen und Auslöser für Fettleibigkeit, Verdauungsprobleme oder Diabetes sein.

 

Mehle (Fleischmehl, Fischmehl, Pflanzenmehl) sind immer Abfallprodukte aus der (Lebensmittel-)Industrie, die laut EU-Recht nur verbrannt, als Dünger verwendet oder zur Haustierfutterherstellung genutzt werden dürfen. EU-Firmenvernetzungen machen es möglich, dass die Rohstoffe für die Tiermehlherstellung aus Tierkörperbeseitigungsanlagen für Haustiere stammen. So wurden in Deutschland in den besagten Rohstoffen bereits Narkosemittel nachgewiesen, da die Kadaver in der Tierkörperverwertung von eingeschläferten, medikamentös behandelten oder in Versuchslaboren gehaltenen Tieren stammen.

 

Synthetische Zusatzstoffe und Ihre Bedeutung

 

DL-METHIONIN ist eine künstlich hergestellte Aminosäure. Taucht diese Aminosäure in der Deklaration auf, weist das auf einen extrem geringen Fleischanteil der Rohware hin.

 

FRUCTO-OLIGOSACCHARIDE sollen minderwertige Produkte aufwerten. Sie regeln die Darmtätigkeit und müssen dem Futter zugesetzt werden, wenn dieses schwer verdaulich ist. 

 

VITAMINE werden dem Futter nachträglich zugesetzt, weil durch die starke Erhitzung während des Herstellungsprozesses die natürlichen Vitamine der Rohware zerstört werden. Es handelt sich bei den zugesetzten Vitaminen meist um synthetische Vitamine, denen wichtige Begleitstoffe fehlen, die die Vitamine wirksam machen.

 

HYDROLYSATE sind bereits aufgespaltene Proteine, die gerne als besonders gut verdaulich "verkauft" werden. Sie haben aber handelsüblichen Zucker, Karamell und Rübenschnitzel als Geschmacksverstärker und Lockstoffe abgelöst. Laut Dr. Schäuble sollen sie vor allem dazu dienen, Ihr Tier zu täuschen.

 

Da das industriell hergestellte Futter ja möglichst lange halten soll, müssen Zersetzungsprozesse verhindert bzw. hinausgezögert werden. Das erreicht man entweder durch physikalische Konservierung (Dosenfutter wird erhitzt (pasteurisiert, sterilisiert), Trockenfutter wird durch Wasserentzug konserviert. Luftabschluss und Tiefkühlen sind ebenfalls Formen physikalischer Konservierung) oder durch die Zugabe von Antioxidantien und Konservierungsmitteln. Das nennt man dann chemische Konservierung. 

 

 

Antioxdantien (sollen verhindern, dass Fette ranzig werden)

 

Achtung: Hersteller, die ihre Produkte mit chemischen Antioxidantien konservieren, dürfen trotzdem “ohne Konservierungsstoffe” auf ihre Verpackung schreiben!

 

BHA (Butylhydroxyanisol, E320) und BHT (Butylhydroxytoluol, E321) sind chemische Antioxidantien, die krebserregend und für die Lebensmittelindustrie des Menschen verboten sind. Sie können u.a. Leberschäden, Krebs, Allergien und Blutgerinnungsstörungen verursachen.

 

E338 (PHOSPHORSÄURE) ist von der Verbraucherzentrale als bedenklich eingestuft worden. In hoher Dosis kann E338 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Eisen im Körper behindern. Mögliche Folgen sind Knochenschwund und Kalkablagerungen.

 

ETHOXYQUIN ist ein synthetisches Antioxidans, das in Europa für uns Menschen aufgrund seiner toxischen Wirkung nicht zugelassen ist. Für die Heimtiernahrung ist die Verwendung geringer Mengen erlaubt. Ethoxyquin ist eine fettlösliche Substanz, die sich im Fettgewebe und der Leber ansammelt und Schäden verursacht. Außerdem kann Ethoxyquin u.a. Hautirritationen auslösen.

 

Ebenfalls als Antioxidantien eingesetzt werden PROPYLGELLAT, SORBINSÄURE, FUMARINSÄURE, PROPIONSÄURE, KALIUMSORBAT und NATRIUMNITRAT.

 

Eigentlich unbedenkliche Antioxidantien sind Vitamin C (ASCORBINSÄURE)

und Vitamin E (TOCOPHEROLE). Die Konzentration ist aber oft extrem hoch, da sich Vitamine mit der Zeit zersetzen. Insbesondere fettlösliche Vitamine können in hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich wirken.

 

CARNOSIN ist eine bioaktive Substanz, die besonders in Fleischwaren als natürliches Antioxidans Verwendung findet.

 

TAURIN hat ebenfalls eine antioxidative Wirkung, weshalb man vermuten kann, dass deshalb besonders in einigen Katzenfutter-Sorten ein sehr hoher Taurin-Anteil enthalten ist.


 

Konservierungsmittel (beugen der bakteriellen Zersetzung der Nahrungsmittel vor)

 

Die chemische Konservierung muss durch ihre Gattungsbezeichnung, den konkreten Namen oder die E-Nummer (200 bis 299) deklariert werden. Der Futtermittelhersteller muss allerdings nur jene Konservierungsmittel in der Deklaration aufführen, die er selbst während des Herstellungsprozesses dem Futter beimischt. Steht also auf einem Futter OHNE KONSERVIERUNGSSTOFFE, heißt das nicht, dass keine drin sind. “Die Lieferanten der einzelnen Komponenten für das Futter haben diese oft schon vorher beigefügt. Fett wird z.B. gleich nach der Gewinnung mit chemischen Konservierungsmitteln versetzt um es vor dem Ranzigwerden zu schützen. Das gleiche gilt z.T. auf für das Getreide, welches gegen Verderb und Ungeziefer begast wird.” (Dr. Annette Schäuble)

 

Steht auf der Verpackung des Futters nur etwas von EG/EU/EWG-Zusatzstoffen, ohne dass die einzelnen Stoffe genau aufgeschlüsselt sind, sollte man das Futter wieder in's Regal zurück stellen. Die Abkürzungen EG/EU/EWG stehen für: Europäische Gemeinschaft/Europäische Union/Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die bestimmte Stoffe für Tierfutter zulassen.

 

Dr. Annette Schäuble empfiehlt folgende Faustregel: “Beträgt die Haltbarkeit des Feuchtfutters mehr als ein Jahr, dann sind in ihm künstliche Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien enthalten!”

 

 

Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe

 

Jeder von uns hat schon einmal auf der Verpackung eines Lebensmittels das Wort GLUTAMAT gelesen. Glutamat ist der bekannteste Geschmacksverstärker.

 

GLUTAMATE sind als Zusätze in sechs Glutaminsäureverbindungen (E 620 bis E 625) vom Gesetzgeber zugelassen. Glutaminsäure ist ein wichtiger Baustein der Proteine. Salze und Ester der Glutaminsäure werden Glutamate genannt. Glutamat ist zudem auch einer der wichtigsten erregenden Neurotransmitter im zentralen Nervensystem. Laut einer Studie der Universität Kiel verändert Glutamat “das Fressverhalten und steigert die Gefräßigkeit” von Tieren.

 

Weitere Geschmacksverstärker sind die E-Nummern 626-650. Am häufigsten verwendet werden Natriuminosinat E 631 und Natriumguanylat E 627. Außerdem werden gerne verwendet: L-LYSIN, ZWIEBEL- & KNOBLAUCHPULVERÖL, PHOSPHORSÄURE, SUCROSE, DEXTROSE UND MOLKE.

 

HEFEEXTRAKT hat einen hohen natürlichen Glutamatanteil, der aber aufgrund der rechtlichen Vorgaben in der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung nicht angeführt werden muss.

 

MELASSE ist ein zäher dunkelbrauner Zuckersirup. Er fällt als Nebenerzeugnis in der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr, Zuckerrüben und Zuckerhirse an.

 

LEBERSPRAY & -MEHL, KÄSEPULVER, FETTGESCHMACK, (RÄUCHER-)AROMEN, ZITRUSBIFLAVONOIDE und HYDROLYSATE sind gern verwendete Aromastoffe im Futter unserer Hunde und Katzen und dienen lediglich einem Zweck: unangenehm schmeckende Zutaten zu überdecken und so die Akzeptanz des Futters zu erhöhen.

 

FARBSTOFFE können u.a. Allergien oder Krebserkrankungen verursachen. Der Farbstoff E127 ist nachweislich verantwortlich für Schilddrüsenkrebs. Andere Farbstoffe sind: FDC GELB NR. 5, SUNSET YELLOW, FDC ROT NR. 40, FDC BLAU NR. 3 + NR. 21, NATRIUMNITRIT, TITANOXID, EISENOXID und NATRIUMMETABISULFIT, um nur einige zu nennen.

 

 

Stabilisatoren, Verdickungsmittel & Co

 

Das Futter soll besonders für uns Menschen ansprechend aussehen. Um das zu erreichen, werden chemische Zusätze beigefügt, die die Konsistenz erhalten sollen. Aber auch das Aroma soll erhalten bleiben. Deshalb setzt man dem FUtter MONOGLYZERIDE, DIGLYZERIDE, GLYZERIN, MODIFIZIERTE STÄRKE, ALGINAT, KARRAGEEN (aus Algen), CASSIA GUM, XANTHAN, SORBITOL, MAISSIRUP und PROPYLENGLYCOL zu. Sie haben PROPYLENGLYCOL schonmal irgendwo gelesen? Richtig, dieser Stoff kommt auch in Brems- und Hydraulikflüssigkeit oder in Frostschutzmitteln vor.

 

Wen verwundert es also, dass der Autor des Buches “Katzen würden Mäuse kaufen” Hans-Ulrich Grimm schreibt: “Mit der Maskierung des Futtermülls lässt sich dem Tier fast alles unterjubeln.” Am 26.07.2011 erschien ein Artikel im Spiegel mit dem treffenden Titel: “Maskierter Müll”

 

Ein Mehrbetrag, der sich rechnet

 

Natürlich ist gutes Futter etwas teurer, die benötigte Tagesmenge ist aber entsprechend geringer, der Kotabsatz verringert sich aufgrund der besseren Verwertbarkeit, was sich bei Katzen im Streuverbrauch wiederspiegelt und futterbedingten Krankheiten wird vorgebeugt, wodurch sich über die Jahre hinweg zusätzliche Behandlungskosten einsparen lassen. Ganz abgesehen von den Einsparungen möchte doch jeder Tierhalter das Beste für seinen tierischen Freund und sollte deshalb trotz der vollmundigen Werbeversprechen einen genauen und vor allem kritischen Blick auf die Futtermitteldeklaration werfen. 

 

 

Quellen: 

http://www.agroscope.admin.ch/data/publikationen/pub_SchmidA_2009_19167.pdf

http://www.miezfidel.de

http://www.pharmazie.uni-wuerzburg.de/Studium/Lmc/Seminare/taurin.pdf

http://www.welt.de/wissenschaft/article13435563/Deutsche-servieren-Haustieren-den-letzten-Frass.html

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/313049

http://www.miau.de/tips/ernaehr/futter.html

http://www.cats-country.de/immunsystem.htm

http://www.hundekatzenvital.de/Katzen/Ern%E4hrungundGesundheit/EthoxyquinimKatzenDi%E4futter/tabid/649/Default.aspx

http://tigamarkt.de/index.php/konservierung-im-futter

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Tierheilpraxis für Hunde & Katzen

Christina Wick

Tierheilpraktikerin

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Tel. 08638 / 20 97 337

 

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Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.