Karottenpower gegen Durchfall

 

Als im Jahre 1908 der Ordinarius der Heidelberger Kinderklinik Professor Ernst Moro gute Erfolge bei der Bekämpfung von Durchfall mit einer speziellen Karottensuppe erzielte, konnte man sich die Wirkung nicht eindeutig erklären. Man war nur froh, ein wirksames Mittel gefunden zu haben, starben doch zu jener Zeit noch etwa 95% der an Durchfall erkrankten Kinder eines Münchner Kinderheims.  

Heutzutage weiß die Wissenschaft um die Mechanismen dieser Moro'schen Karottensuppe. Zwei Erlanger und Wiener Forscher haben gemeinsam herausgefunden, warum bestimmte Inhaltsstoffe von Karotten, Äpfel, Heidel- und Preiselbeeren bereits nach 2 Tagen ein Abklingen von Durchfällen bewirken und warum sie teilweise herkömmliche, industriell hergestellte Antibiotika ersetzen können.


Professor Josef Peter Guggenbichler, von 1990 bis 2009 Extraordinarus der Abteilung Infektiologie und präventive Medizin an der Kinder- und Jugendklinik der Universität Erlangen und Professor Johann Jurenitsch, ein Wiener Pharmakologe, konnten die Wirkmechanismen erfolgreich erforschen und belegen.


Durchfall entsteht durch Bakterien oder Viren (Coli-Bakterien, Salmonellen oder Rotaviren), die in großer Zahl den Darm besiedeln und bestimmte Giftstoffe freisetzen, nachdem sie sich an ein Organ angeheftet haben. Diese Anheftung an ein Organ ist Voraussetzung dafür, dass die schädliche Wirkung der Bakterien einsetzen kann. Die Bakterien steuern dabei den GAL-1-4-Gal-Rezeptor an. Wir alle wissen, dass Antibiotika starke Nebenwirkungen auf die gesunden Keime haben. So griffen die Wissenschaftler während ihren Forschungen auf die alten Hausmittel wie Apfel, Karotte, Heidel- und Preiselbeere zurück und fanden das wirksamste Kohlenhydrat.

 

Die sogenannten Oligogalakturonsäuren besetzen den von den Bakterien angesteuerten Rezeptor. Bereits die geringe Konzentration von lediglich 0.005% Oligogalakturonsäuren kann die Bakterienhaftung an einem Organ vollständig blockieren, die Bakterien können keine Giftstoffe mehr in den Organismus freigeben. Oligogalakturonsäuren haben Nahrungsmittelcharakter und sind aus diesem Grund chemisch-synthetischen Verbindungen überlegen.

 

" In der Nutztierhaltung werden viele Antibiotika eingesetzt, beispielsweise, um Massendurchfälle zu vermeiden. Bei Schweinen konnten wir zeigen, dass unser Kohlenhydrat die Durchfallrate auf 12 Prozent senkte, und damit den Antibiotika deutlich überlegen war," wird Professor Guggenbichler nach den ersten Forschungserfolgen zitiert.

 

Nicht nur bei Schweinen zeigt die spezielle Karottensuppe die erwünschte Wirkung, auch bei Hunden kann man se wunderbar einsetzen. Die meisten Hunde mögen Karotten, deshalb wird die Suppe in der Regel freiwillig aufgenommen. 

 

In Karotten wird das wirksame Molekül erst durch 

(längeres) Kochen freigesetzt, deshalb ist die Zubereitung der Suppe etwas zeitaufwendiger, wenngleich auch sehr einfach.

 


Rezept für die Moro'sche Karottensuppe:

500 g geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde kochen, durch ein Sieb drücken oder im Mixer pürieren. Die Gesamtmenge auf einen Liter Wasser auffüllen. Drei Gramm Kochsalz (ein knapp gestrichener Teelöffel) hinzufügen. 

 

Geben Sie die Suppe verteilt auf 3-5 Portionen pro Tag, ausgehend von der Tagesration Ihres Hundes. Sie können die Suppe auch vorkochen und in kleinen Portionen für den "Fall der Fälle" einfrieren, dann haben Sie immer etwas davon im Haus.

 

Wenn Ihr Hund die Moro'sche Karottensuppe so nicht mag, können Sie sie auch etwas kräftiger zubereiten: 

 

Moro'sche Karottensuppe mit Hühnchen:

Einen großen Topf zu einem Drittel mit Hähnchenschenkeln auslegen, mit Wasser und etwas Salz auffüllen, einmal aufkochen lassen. Den entstandenen Schaum mit einer Schöpfkelle abschäumen.

6 – 8 Karotten (oder mehr, je nach Topfgröße) in Stücke schneiden, in die Suppe geben und alles 4 Stunden lang ganz leicht köcheln lassen, anschließend die Suppe durch ein Sieb gießen.

Von den Hähnchenschenkeln die Haut entfernen und das Fleisch von den Knochen lösen.

Die Möhren im Mixer oder mit dem Pürierstab pürieren.

Die Suppe kalt werden lassen. Nach dem Erkalten die oberste Fettschicht mit einer Schöpfkelle abschöpfen, das abgelöste Fleisch ganz klein schneiden und wieder zur Suppe geben.

 

 

 

Die Rezepte für die beiden Varianten können Sie sich im Downloadbereich herunter laden und ausdrucken.

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Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.